Der November und mein Seelenleben

Novembergrau breitet seine ermattenden Fänge aus. Wenn ich morgens aufstehe steht noch keine Sonne am Himmel, diese wird sich nur mit viel Glück noch im Laufe des Tages am Firmament zeigen. An einem besonders guten Tag darf ich in Bus oder Bahn ihren Sonnenaufgang miterleben. Er ist eine innere Referenz auf meine eigene Vergangenheit, tiefenpsychologische Wellen in meinem Unterbewusstsein schlagend. Aber häufig bleibt es auch am Tag beim wolkenverhangenen Grau, so richtig hell will es nicht mehr werden.

Dieser Herbst aber ist trotzdem anders. Keine Müdigkeit erlahmt meine Glieder, das Grau hat es noch nicht vermocht bis in die Winkel meiner Seele vorzudringen. Eine innere Kraft und Zuversicht trägt mich in den Tag hinein. Ich fühle mich gut, leicht und doch nicht ekstatisch abgehoben, sondern ganz nüchtern verhaftet am Boden. Weder das religiöse Hochgefühl, das mich zu meinen Studententagen in jenem wunderbaren Wohnheim und ehemaligen Kloster erfüllte, noch das trübe Novembergrau prägen meine heutige Gefühlswelt. Nein, vielmehr fühle ich mich ganz einfach … wach.

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Veröffentlicht in Alltag, Blog
5 comments on “Der November und mein Seelenleben
  1. Eine wunderschöne Beschreibung davon , was es bedeutet sich in seiner Mitte zu befinden😊

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  2. Und der Nebel setzt sich lautlos über die Krone der Eiche,
    ich will, dass er weiche und ihn die Sonne durchleuchte
    bis hin zum Stamm und dann und wann durchdringt
    ein Strahl die Blätter und sie rascheln im leisen Gesang!
    Es zittern und tanzen die Blätter dem Boden zu,
    der Regen fällt, es gibt keine Ruh, Freudentanz in der Natur,
    auch im November bewegt sich was, und ich mache auf das Fass,
    ich schau auf die Uhr, es ist halb neun – es fehlt mir was.
    Du Herzenssonne, meine Wonne brich auf die Kruste,
    die sich hat gelegt auf mein Gemüt, brich auf, damit die Freude
    sich bewegt, die Freude Deiner heiligen Menschen und
    ich will credenzen ein Glas Wein auf den November und
    der Dezember tut sein übriges, Nebel entweicht,
    Schnee, er bleicht Wald und Flur,
    wir sitzen um die Tannen, ums Feuer und um Flammen
    Es lebe; Mutter Natur.

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