Ich brauche Weihnachten … mehr als nur ein Fest der Liebe

Schmerz durchzuckt meine Wirbelsäule, raubt mir die Luft zum Atmen, es wird mir Schwarz vor Augen, sirrend dröhnt es in meinen Ohren, ich stöhne laut auf, begebe mich hilflos, kontrollverloren in die Hände von Sanitätern.

Decken, die grauen Wolken, dazwischen einzelne Sterne, blendend steriles Licht von Lampen, die Welt zieht auf den Kopf gestellt an mir vorüber. Ich befinde mich in den Händen fremder Menschen. Von unten ein quälender Druck.

In der Botschaft, dass Gott Mensch wurde, haben wir eine unvergängliche Hoffnung. Wie sadistisch wäre es, diese Hoffnung zu verweigern? Ich schöpfe aus ihr Kraft, Gott ist eben nicht etwas Abstraktes, nicht nur etwas unendlich Großes, Unverständliches, nicht nur eine Idee, ein Prinzip, eine Atemtechnik oder Gebetsmatte, kein Baum oder Tier. Er ist im Menschlichen, und hier im schwächsten Menschlichen, im wehrlosesten, im ohn-mächtigsten, an Weihnachten in der Krippe, an Ostern am Kreuz, aus dem kleinsten der Fürsten Judas kommend, direkt bei uns, bei mir.

An diesen Gott kann ich mich verschenken. Er war und ist hier, wo ich bin, nicht bei der Idee von mir, nicht nur bei meinen heiligen, frommen Stunden, sondern im brechenden Schmerz, in der Sünde, den finstersten, von Dämonen verstellten Stunden. Hier liegt er bei mir in seiner eigenen Ohnmacht: Einen neuen Stern über seiner Krippe erscheinen lassend, dass die Weisen zu ihm ziehen, die Hoffnung einer neuen Welt erweckend, genau hier, bei ihm zerreißt die Realität aus Schmerz und Tod…mitten unter uns von Schmerz Durchzogenen.

Darum feiere ich Weihnachten.

 

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Veröffentlicht in Alltag, Blog, Theologie
6 comments on “Ich brauche Weihnachten … mehr als nur ein Fest der Liebe
  1. ananda75 sagt:

    Was ist passiert?

    Gefällt mir

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