Interview mit Sina Schreiber von Himmlisch Plaudern

Sina Schreiber ist bei den Internet Plattformen himmlisch-plaudern.de und christliche-partnersuche.de beschäftigt. Sie ist letztes Jahr auf mich zugekommen, ob ich als christlicher Blogger etwas hierzu schreiben möchte.

Himmlisch Plaudern kannte ich zufälligerweise tatsächlich aus eigener Erfahrung, da ich dort vor Jahren einmal angemeldet gewesen bin. Dennoch reicht mein eigener, kurzer Erfahrungsschatz bei weitem nicht aus, um irgendetwas Substanzielles zu veröffentlichen.

Allerdings wollte ich den zustande gekommenen Kontakt und die darin gegebene Gelegenheit nicht verstreichen lassen und spielte den Ball wieder zurück zu Frau Schreiber. Wer könnte qualifizierter sein, etwas hierzu zu sagen? Ich war nämlich durchaus interessiert daran, was sie dort denn eigentlich so tut und wie es hinter den Kulissen solcher Seiten aussieht und so ergab sich ein Interview, das ich hier publik machen möchte. Ihr verschafft es etwa Werbung, mir die ein oder andere interessante Einsicht.

Interview

Frau Schreiber ich grüße Sie. Ich danke Ihnen, dass Sie sich meinen Fragen stellen. Bin mal gespannt, was dabei so rauskommt.  Ist auch für mich ein Experiment. 

Könnten Sie mir einleitend etwas von sich als Person erzählen? Sie sind für christliche Arbeitgeber tätig. Spielt der Glaube für Sie im Alltag eine große Rolle?

Ich studiere in Erlangen und bin dort in der SMD – das ist eine christliche Studentenmissionsgruppe, die es in ganz Deutschland gibt. Im Wechsel gibt es dort jede Woche einen spannenden Vortrag und ein Treffen in einer kleineren Gruppe – das ist mit einem Hauskreis vergleichbar. Außerdem studiere ich Lehramt Mathe und Religion und habe deshalb auch in meinem Studium das Privileg, viel über die Bibel lernen zu dürfen, über meinen Glauben nachzudenken und ihn zu reflektiveren. Weil mich mein Studium und die wissenschaftliche Herangehensweise an die Bibel manchmal ganz schön herausfordert, bin ich sehr froh, dass ich nebenbei in der SMD, meiner Gemeinde und mit vielen Freunden oft gute Gespräche und Gemeinschaft haben kann. Das erfahre ich in meinem Leben als sehr hilfreich und aufbauend – zum Glück ist mein Glaube nicht etwas, das ich ganz für mich allein behalten muss. Ein weiterer großer Punkt in meinem Leben ist meine Lobpreisband. Wir sind zu siebt und in den letzten zwei Jahren schon etwas herumgekommen – dabei ist jeder Gottesdienst oder Lobpreisabend anders und ich durfte schon so viel Segen dabei erfahren und wurde immer wieder neu beschenkt!

Was fasziniert Sie neben Studium und Glauben außerdem? Welche Interessen/Hobbys verfolgen Sie?

Meine Freizeit lässt sich durch Musik, Sport und Gemeinschaft ganz gut beschreiben! Ich spiele Geige und Klavier und verbringe außerdem viel Zeit mit meiner Band – oft sind ganze Wochenenden für Proben und Auftritte verplant. Daneben gehe ich sehr gerne in der Natur joggen und mache Freeletics – das ist ein Sportprogramm aus Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Zusätzlich zu Wanderungen und Fahrradtouren (diesen Sommer bin ich einmal quer durch Deutschland gefahren) verabrede ich mich gerne mit Freunden zu Spieleabenden und koche gern frisch und viel.

Wie sind Sie auf diese zwei Seiten als Arbeitgeber gekommen?

Ich habe ja bereits erzählt, dass ich in der SMD aktiv bin. Tobias Zschöckner, der Gründer von www.Himmlisch Plaudern.de und www.Christliche Partnersuche.de ist selbst in der SMD Erlangen und hat vor zwei Jahren in der SMD die Stelle angeboten. Ich war schon länger auf der Suche nach einer Arbeit, die ich gut neben meinem Studium absolvieren kann und ehe ich mich versah, war ich auch schon in der Öffentlichkeitsarbeit angestellt.

Was sind hierbei Ihre Aufgaben? Wie kann man sich den Arbeitsalltag vorstellen?

Ich bin für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Dabei kommuniziere ich mit anderen (christlichen) Internetseiten, ob wir uns nicht gegenseitig unterstützen wollen. Außerdem haben wir seit diesem Jahr auch einen Blog auf unserer Seite begonnen, für den ich regelmäßig Beiträge verfasse. Dazu kommen natürlich noch Facebook-Posts oder Gespräche mit Paaren, die sich über unsere Seiten gefunden haben und ihre Geschichte gerne teilen wollen, um andere zu ermutigen. Meine Aufgaben sind also ganz vielfältig und ich kann mir meine Zeit selbst einteilen.

Nutzen Sie auch selbst in Ihrer Freizeit Internet-Plattformen, um sich mit anderen Christen zu vernetzen?

Ich bin in verschiedenen christlichen Facebook- und WhatsApp-Gruppen, in denen man sich gegenseitig ermutigen und austauschen kann. Durch meine Arbeit habe ich mir natürlich auch Profile auf unseren Seiten erstellt, in denen ich regelmäßig aktiv bin – allerdings nicht zur Partnersuche, denn meinen Partner habe ich schon gefunden und wir werden im Sommer heiraten 😊

Herzlichen Glückwunsch zur bevorstehenden Hochzeit.

Erzählen Sie mir etwas mehr von den beiden Internet-Seiten. Was ist deren Intention? Wofür stehen diese und worin unterscheiden sie sich von nicht-christlichen Plattformen?

Unsere beiden Seiten wollen in erster Linie Christen miteinander vernetzen. Himmlisch-Plaudern ist deshalb eine Seite sowohl für Singles, als auch für Freunde und ganze Gemeinden. Christliche-Partnersuche ist dagegen in erster Linie für Singles gedacht, die auf der Suche nach ihrem Ehe-Partner sind. Die Seiten bieten dabei viel mehr als das bloße Austauschen von Nachrichten – es gibt einen Eventkalender, der allen Nutzern christliche Veranstaltungen in seiner Nähe anzeigt, ein integriertes Forum, einen Blog, auf dem jeder Nutzer seine Gedanken mit anderen teilen kann und die Möglichkeit, virtuell Lächeln und Blumen zu verschicken.

Unser Ziel ist es, die Kontaktaufnahme möglichst leicht und vielfältig zu machen, denn für viele stellt das eine große Hürde da.

Braucht es denn neben den vielen anderen Internet-Angeboten wirklich auch noch eine christliche Partnerbörse?

Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass ich selbst und viele meiner Freunde (bewusst oder unbewusst) in christlichen Kreisen nach einem Partner gesucht haben. Ich habe meinen Verlobten zum Beispiel in der SMD kennengelernt und denke, dass es viele Christen gibt, die ihren Glauben auch mit ihrem Partner teilen wollen. Damit möchte ich auf keinen Fall sagen, dass jeder einen christlichen Partner haben MUSS – ich denke, dass Gott auch eine Beziehung zwischen Christ und „Nicht-Christ“ segnen kann. Trotzdem gibt es viele, die sich einen christlichen Partner wünschen – und dabei bietet das Internet und unsere Seiten die Chance, gezielt danach zu suchen.

Wie achten Sie darauf, dass daraus kein zweites Tinder mit lediglich christlichem Anstrich wird?

Wir haben verschiedene Sicherheitsmechanismen, die verhindern sollen, dass unsere Plattformen zu solchen Zwecken missbraucht werden. Zum einen wird jeder neu angemeldete Nutzer von einem Admin geprüft, bevor er freigeschaltet wird. Außerdem gibt es zum Beispiel auch die Funktion, Nutzer zu melden. Die meisten Nutzer wünschen sich ja gerade kein Tinder und melden sich deshalb auf unserer Seite an – das heißt, User mit solchen Absichten werden auf jeden Fall gemeldet.

Handelt es sich dabei um kostenlose Angebote?

Ja – unsere beiden Seiten sind für alle Nutzer kostenlos und es gibt keine Premiumfunktionen, die man kaufen muss um sie nutzen zu können. Das ist eines der Dinge, die uns sehr am Herzen liegen – unser Angebot soll für alle offen sein!

Auf welche Weise erzielen die Seiten dann ihre Einnahmen?

Da wir keine Gebühren verlangen, setzen sich die Einnahmen zum größten Teil aus Werbung und Spenden zusammen. Es gibt mittlerweile nach dem Wunsch vieler Mitglieder eine freiwillige Option, die Werbung gegen einen kleinen Betrag abzuschalten. Das ist aber nur optional – die Finanzierung selbst erfolgt durch Werbung und Spenden.

Wie werden die Internetseiten von Christen (evtl. auch Nicht-Christen) angenommen?
Werden sie eher als Chance wahrgenommen? Oder schlägt Ihnen auch Skepsis von Christen/christlichen Gemeinden entgegen?

Dass unsere Seiten von Christen gut angenommen werden, zeigt sich in unseren Mitgliedszahlen – unsere Seiten vernetzen inzwischen über 45 000 Christen! Seit Beginn meiner Tätigkeit wächst diese Zahl immer weiter an und zeigt, dass die Nachfrage nach christlichen Netzwerken und Partnerbörsen auf jeden Fall da ist! Natürlich gibt es immer wieder auch skeptische Meinungen, die sich ein Kennenlernen in der Internet-Welt nicht vorstellen können, aber die meisten Christen sehen unsere Seiten als Chance, Gott weiter in ihrem Leben wirken zu lassen. Auch Nicht-Christen respektieren unser Angebot – schließlich gibt es heutzutage für alle Vorlieben und Bereiche spezielle Partnerbörsen. Wieso also nicht auch für Christen?

Was waren die schönsten Erfahrungen, die Sie bei Ihrer Arbeit machen durften?

Am schönsten waren für mich immer Gespräche mit Paaren, die sich über unsere Seite kennengelernt haben. Jemand aus meinem Bekanntenkreis hat seine Frau (die beiden haben vor ein paar Wochen geheiratet) zum Beispiel auf unserer Seite gefunden. Ich finde es faszinierend zu sehen, was unsere Seiten im Leben einzelner Menschen tatsächlich bewirken. Es geht nicht darum, einem abstrakten Konsumenten etwas zu verkaufen, sondern dabei zu sein, wenn Menschen ihre ganz persönlichen Geschichten schreiben und Beziehungen aufbauen. Ich finde es wirklich super, ein Teil davon zu sein und zu sehen, wie viel Gutes im Leben von vielen Christen durch unsere Seite entstanden ist!

Ich bedanke mich für die offenen Antworten.  Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute und Gottes Segen.

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