Wir kämpfen nicht…

Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut sondern ein Kampf im Geist, um unser Innerstes, Denken und Fühlen. Das beschäftigt mich heute. Nicht nur weil Verschwörungsmythen Überhand zu nehmen scheinen, hoffentlich nur eine laute Minderheit oder bei den meisten wieder verneint sobald zur Reflexion gezwungen…

Es beschäftigt mich ganz persönlich. Wo ist die Grenze in mir selbst, in der ich mich als Teil der Welt zulasse oder von ihr abgrenzen muss? Ein soziales Miteinander bedeutet oft eben auch Tratsch. Wann wird daraus Spott, dem ich ein Stopp zeigen sollte? Irgendwo will man ja nicht der merkwürdige Typ sein, der sich nie an Small-Talk beteiligen will, der jedem jedes Wort auf die Goldwaage legt, aber auch nicht der Spötter, den – davon bin ich überzeugt – sein loses Mundwerk irgendwann einholen wird. Meine stille Art konnte mich davor bislang schützen. Aber das ist keine Sicherheit, bin ich nicht bei jedem zu jeder Zeit. Es betrifft auch mich.

Wo ist die Grenze bei bösartigen, herabwürdigenden Gedanken über andere, oft gar nicht ausgesprochen und doch im Geiste in mir ausstrahlend, selbst wenn nur ich sie kenne. Filme, die gespickt sind – gewollt oder unbewusst – von pessimistischen oder sexistischen, pornografischen oder egozentrischen Weltbildern. Wie viel ist nur unschuldiges Anschauen einer Fiktion und wann wirkt es auf meine Seele ein?

Wie gehe ich mit der Dunkelheit um, die in mir lauert, sich vielleicht noch nicht einmal in Taten äußert oder nur solchen, die nur mich betreffen, aber die auch noch jetzt nach Jahren des Christseins da ist, mal mehr, mal weniger…

Ein Kommentar zu „Wir kämpfen nicht…

Gib deinen ab

  1. Gute, berechtigte Fragen. Die Übergänge sind wohl fließend. Wo ist noch legitimer Scherz und wo fängt der Spott an? Eben war’s noch Scherz, einen Satz weiter ist es Spott. Es liegt wohl auch immer an denen, die da reden. Leben sie in der Liebe, auch wenn sie scherzen? Bonhoeffer hat empfohlen, nie über einen Abwesenden zu reden. Er wusste wohl, wie schnell und unmerklich der Spott da ist.

    Vor unseren Gedanken sind wir noch weniger geschützt. Sie kommen einfach, aus den Tiefen und Untiefen des Herzens. Plopp, schon ist der Gedanke da. Du kannst nichts dagegen machen.

    Ich habe in letzter Zeit auch oft an die Filme gedacht, die ich mir so reinziehe. Unendlich viel Gewalt und Aggression, Sexismus und Egozentrik. Der Mensch als Zentrum. Das Böse als tägliches Erlebnis im Film. Das prägt. Nicht so, dass ich auch gewalttätig werde, aber so, dass der Blick auf die Welt immer negativer wird. Das Gute, nein: der Gute tritt in den Hintergrund. Wir sehen ihn gar nicht mehr. Die Welt ist schlecht, sagen mir viele, wie kann man da an Gott glauben? Das Gute in der Welt, das so groß ist, versinkt im Nebel des Bösen.

    Ja, die Dunkelheit in uns ist da. Wir sind Menschen. Da hilft nur Vergebung. Deren bin ich gewiss. Ich bin unendlich dankbar, dass mir diese Gewissheit geschenkt wurde. „Wer will uns trennen von der Liebe Christi?“ fragt Paulus Röm 8,35. Antwort: Nichts und niemand, auch wir selber nicht.

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